NFL American Football

NFL International Game in London: Colts siegen – Nadine Nurasyid gibt Einblicke hinter die Kulissen

Nadine Nurasyid kommt im Lucas Oil Stadium zu einem Spiel der Indianapolis Colts an
NFL Football in Europa, ein Sieg der Indianapolis Colts und mittendrin die Münchner Trainerin Nadine Nurasyid: Beim ersten London Game der NFL-Saison 2026 setzten sich die Colts im Tottenham Hotspur Stadium mit 30:13 gegen die Washington Commanders durch. Für Nurasyid war die Reise zurück nach Europa eine besondere Erfahrung – und gleichzeitig ein beeindruckender Einblick in den enormen organisatorischen Aufwand hinter einem NFL International Game. Wenige Wochen später richtet sich der Blick bereits auf das NFL Munich Game 2026.

Colts drehen die Partie gegen Washington

Dabei begann der Football-Nachmittag in London zunächst besser für die Washington Commanders. Indianapolis blieb im ersten Viertel ohne Punkte, während Washington zunächst mit 3:0 und später mit 6:0 in Führung ging. Auch Colts-Quarterback Daniel Jones fand zunächst nur schwer in die Partie und leistete sich unter anderem eine Interception.

Für die Commanders kam zudem früh ein bitterer Moment hinzu. Quarterback Marcus Mariota verletzte sich nach einem Sack am rechten Knie und konnte die Partie nicht fortsetzen. Da Starter Jayden Daniels ebenfalls verletzt fehlte, kam Siebtrundenpick Athan Kaliakmanis zu seinem NFL-Debüt.

Indianapolis fand anschließend besser in die Partie. Noch vor der Halbzeit erzielten die Colts zehn Punkte in Serie und gingen mit einer Führung in die Kabine.

Jonathan Taylor führt Indianapolis zum Sieg

Nach der Pause bauten die Colts ihren Vorsprung weiter aus. Eine Interception von Kaliakmanis brachte Indianapolis früh im dritten Viertel erneut in eine gute Ausgangsposition.Washington gelang zwar noch ein tiefer Touchdown-Pass auf Dyami Brown, ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg der Colts jedoch nicht mehr.

Vor allem Running Back Jonathan Taylor war für Indianapolis ein entscheidender Faktor. Mit 95 Rushing Yards und zwei Touchdowns bei 20 Läufen führte er die Colts-Offense an. Washington hatte dagegen große Probleme, seine Drives am Leben zu halten. Nur zwei von 15 Third Downs wurden erfolgreich ausgespielt, hinzu kamen zehn Strafen für insgesamt 84 Yards.

Am Ende stand ein deutlicher 30:13-Erfolg der Indianapolis Colts – und damit der zweite Saisonsieg.

Für Nadine Nurasyid wird London zu einer besonderen Rückkehr nach Europa

Für Nadine Nurasyid war das International Game noch einmal aus einem ganz anderen Grund besonders. Die Münchner Trainerin arbeitet in dieser Saison im Coaching Staff der Indianapolis Colts und hatte sich nach ihren ersten Wochen in den USA gerade an den NFL-Alltag gewöhnt, als die Reise nach London anstand.

„London war natürlich für mich etwas ganz Besonderes, dann wieder in Europa zu spielen“, erzählt Nurasyid.

Der normale Rhythmus wurde dabei so lange wie möglich beibehalten. Mittwoch und Donnerstag trainierten die Colts noch wie gewohnt in den USA, ehe es in der Nacht auf Freitag Richtung London ging. Doch mit dem Einsteigen ins Flugzeug beginnt für ein NFL-Team eine organisatorische Herausforderung, die für Außenstehende kaum sichtbar ist.

„Hut ab vor diesem Team hinter dem Team“

Besonders beeindruckt zeigte sich Nurasyid davon, welcher Aufwand betrieben wird, damit Spieler und Coaches auch mehrere tausend Kilometer von Indianapolis entfernt möglichst unter den gleichen Bedingungen arbeiten können wie zu Hause.

Als das Team in London ankam, war praktisch alles vorbereitet. Equipment war bereits vor Ort, Meetingräume waren eingerichtet, der Essensbereich vorbereitet und unmittelbar neben dem Hotel stand ein Trainingsplatz zur Verfügung.

Auch Ernährung und Getränke der Spieler wurden an die gewohnten Abläufe aus Indianapolis angepasst. Nurasyid hebt dabei besonders die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Equipment, Football Operations und Nutrition hervor.

„Das ist wirklich Wahnsinn, was die für einen Job machen“, sagt sie. „Hut ab vor diesem Team hinter dem Team, das es möglich macht, dass das Team vor Ort genauso trainieren kann.“

Gerade diese Arbeit zeigt, was hinter einem NFL International Game steckt: Für Spieler und Coaches soll sich trotz Flug, Zeitverschiebung und neuem Umfeld möglichst wenig verändern.

NFL-Spiel in Europa bleibt etwas Besonderes

Trotz des eng getakteten Programms blieb den Colts auch kurz Zeit, London zu erleben. Für viele amerikanische Spieler ist eine solche Reise schließlich alles andere als Alltag. Einige von ihnen waren zuvor noch nie außerhalb der USA.

„Für die ist es natürlich etwas ganz Besonderes, dann einfach die europäischen Fans auch mal zu erleben“, erzählt Nurasyid.

Auch das Tottenham Hotspur Stadium hinterließ Eindruck bei ihr.

„Ich war zuvor noch nie dort. Ein wahnsinnig tolles Stadion.“

Und spätestens nach dem Schlusspfiff wurde aus der besonderen Reise auch sportlich ein gelungener Trip.

„Natürlich könnte man nicht glücklicher nach Hause fliegen und einen besseren Flug haben als nach einem Sieg.“

Keine Bye Week: Direkt zurück in den NFL-Alltag

Besonders deutlich wird die Belastung eines International Games nach der Rückkehr. Viele NFL-Teams erhalten nach einem Spiel in Europa ihre Bye Week. Für Indianapolis war das diesmal anders.

Nurasyid und die Colts kehrten in die USA zurück und mussten sich unmittelbar auf das nächste Auswärtsspiel bei den Pittsburgh Steelers vorbereiten.

„Wir hatten keine Bye Week und sind tatsächlich direkt zum nächsten Auswärtsspiel gefahren“, berichtet Nurasyid.

Der organisatorische Aufwand endet damit nicht mit dem Rückflug. Nach Zeitverschiebung, Reise und International Game muss möglichst schnell wieder der normale NFL-Rhythmus hergestellt werden.

Für Nurasyid überwiegt trotzdem eindeutig das Positive.

„Diese International Games sind immer etwas ganz Besonderes. Keine Frage, es ist ein riesiger Aufwand für alle Beteiligten. Aber es lohnt sich.“

Europäische Fans sorgen für besondere Atmosphäre

Genau darin liegt für Nurasyid auch der besondere Reiz der internationalen NFL-Spiele. Die Liga bringt American Football direkt zu Fans, die normalerweise tausende Kilometer von den NFL-Stadien entfernt sind. Gleichzeitig erleben Spieler und Coaches eine Atmosphäre, die sich von gewöhnlichen Regular-Season-Spielen in den USA unterscheidet.

Für viele Spieler ist es die erste Gelegenheit, unmittelbar zu erfahren, wie groß die NFL-Fangemeinde inzwischen auch außerhalb Nordamerikas ist.

London zeigte erneut, welchen Stellenwert die International Games mittlerweile im NFL-Kalender haben.

Von London nach München: Das nächste NFL-Highlight wartet

Und genau diese besondere Atmosphäre kommt schon bald zurück nach Deutschland.

Am 15. November 2026 treffen die Detroit Lions und die New England Patriots beim NFL Munich Game 2026 in München aufeinander.

Auch dort bedeutet das International Game für beide Mannschaften weit mehr als nur einen zusätzlichen Auswärtstermin. Equipment, Ernährung, Trainingsbedingungen, Meetings, Reisen und zahlreiche organisatorische Abläufe müssen so geplant werden, dass sich die Teams trotz tausender Kilometer Entfernung möglichst auf das Wesentliche konzentrieren können: Football.

Die Erfahrungen der Colts in London zeigen damit schon jetzt, welcher Aufwand hinter den Kulissen betrieben wird, bevor am Spieltag überhaupt der erste Snap stattfindet.

München wird wieder zur Football-Stadt

Für die Fans dagegen beginnt das Erlebnis lange vor dem Kick-off.

Rund um das NFL Munich Game 2026 werden in München zahlreiche Fanaktionen, Events und Aktivitäten erwartet. Mit Hotspots in der Innenstadt, internationalen Fans und dem Spiel in der Allianz Arena wird die Stadt erneut für ein Wochenende zum Treffpunkt der europäischen Football-Community.

Für München ist es nach den vergangenen NFL-Gastspielen die nächste Gelegenheit zu zeigen, wie groß die Begeisterung für American Football und die NFL inzwischen ist.

London hat Anfang Oktober vorgemacht, wie besonders ein International Game für Fans, Spieler und Coaches sein kann.

Am 15. November übernimmt München.